FOTOPROJEKT: Wildkamera

DIE AUSWILDERUNG DER FOTOGRAFIE (05.12.2018)


Der Geist der Bilder

Beim Betrachten der ersten Aufnahmen der Wildkamera bin ich berührt und fasziniert vom Charakter und vom Geist der Bilder, die nicht mehr MIR gehören, die nicht ICH gemacht habe. Indem ich als Fotograf das konkrete Motiv und den Zeitpunkt der Aufnahme nicht selbst wähle und im Moment der Entstehung der Fotografie nicht anwesend bin, trete ich zurück und überlasse wesentliche Elemente dem „Zufall“ - dadurch wird das entstandene Bild von „meiner“ Arbeit zu einem Gemeinschaftsprojekt: • ich wähle den Ort der Aufnahme, den Bildausschnitt und andere Rahmenbedingungen • die Fähigkeiten und Grenzen der Kamera bilden den technischen Rahmen • alles was sich bewegt und von den Sensoren der Kamera erfasst werden kann, wird zum Fotografen und macht ein Selbstportrait: die Katze, der Fuchs, die Amsel, der neugierige Nachbarsjunge, der vom Wind bewegte Ast, …

 

 

 

 

 

 


Der Wolfs-Begleiter

Wo der Wolf zurückkehrt, tut es dem gesamten Ökosystem gut, wenn der Jagdpächter demütig in die zweite Reihe wechselt und den Wolf von dort aus begleitet. Dieser Schritt, der leicht als rückwärtsgewandt betrachtet werden kann, ist eigentlich ein Schritt nach vorne. Der Jäger wird mehr zum Wolfs-Begleiter, er überlässt „seine“ Arbeit des „Wildtiermanagements“ dem, von dem er es übernommen hat und der es besser kann. Er gibt Kontrolle ab, er schenkt Freiheit. Auch mir als Fotograf geht es ähnlich. Ich werde vom aktiven Fotografen zum FotografieBeauftragten. Es reizt mich zu erforschen, was damit möglich ist und mit wem ich dadurch in einen spielerischen und kreativen Austausch kommen kann. Diese Art der Fotografie ist tatsächlich wilder, völlig unabhängig von dem, was auf der Aufnahme zu sehen ist. Nicht mehr ICH versuche eine ganz bestimmte Geschichte durch MEINE Fotos zu erzählen, sondern die geschehende Natur selbst (zu der auch ich und der Nachbarsjunge gehören) erzählt IHRE eigene Geschichte.


Kontrolle ist gut - Vertrauen ist besser

Von Anfang an wird mir klar, dass ich für diese Art der Fotografie viel Demut und Geduld aufbringen muss. Das Bedürfnis nach Kontrolle ist groß, der Platz auf dem Regiesessel so vertraut. Lass los. Nimm wahr. Übe dich in Geduld. Der neugierige Nachbarsjunge kann nicht anders als nochmals zur Kamera zu schleichen, wobei sie ihn „auf frischer Tat ertappt“. Auf ähnliche Weise zieht es mich dorthin um zu sehen, ob schon eine Aufnahme gemacht wurde. Und wenn ich dann schließlich nachschaue, dann ist das Ergebnis oft „enttäuschend“. In meiner Vorstellung sind Bilder von Amseln, die direkt vor der Kamera im Strauch Beeren sammeln oder von Wildenten, die neugierig am Gehäuse picken.

 
 

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